Qualitätssiegel für Kinder- und Jugendreisen

Einheitliche Standards der Jugendverbände für Kinder- und Jugendreisen im Land Bremen!

Gemeinsam mit Jugendverbänden und –organisationen im Land Bremen hat der Bremer Jugendring die Anforderungen an Kinder- und Jugendreisen 2015 neu entwickelt. 30 Anbieter von Kinder- und Jugendreisen verpflichteten sich mit Einführung dieses Siegels, bestimmte Qualitätskriterien einzuhalten. Dazu gehören beispielsweise die Qualifizierung des betreuenden Teams und die Einbeziehung der jugendlichen Teilnehmenden bei der Planung und während der Durchführung der Freizeiten. Im Rahmen dieser Selbstverpflichtung gewährleisten die Anbieter einen effektiven Kinder-und Jugendschutz und halten Aufsichts- und jugendrechtliche Bestimmungen konsequent ein.

In einem einjährig währenden Prozess wurde die bereits vorhandene Selbstverpflichtung erweitert und den aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen angepasst. Zukünftig werden unter Federführung des Bremer Jugendrings Vertreter_Innen der beteiligten Organisationen in Form eines Gremiums die inhaltliche Umsetzung und Weiterentwicklung des Qualitätssiegels begleiten.

Zu den Unterzeichnern des Qualitätssiegels für Kinder- und Jugendreisen im Land Bremen gehören:

Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club Landesverband Bremen e.V.   I   Arbeiter-Samariter-Bund Landesverband Bremen e.V.   I   AWO Kreisverband Bremerhaven e.V., Jugendwerk I Bremer Kinder - und Jugendfreizeit e.V.  I  Bremer Sportjugend e.V.  I  Bund der Deutschen Katholischen Jugend Trägerwerk Bremen e.V.  I  Bund der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Landesverband Bremen e.V.  I  Bund Deutscher Pfadfinder_innen Bremen/Niedersachsen  I  Bürgerhaus Mahndorf e.V.  I  Bürgerhaus Obervieland e.V.  I  Bürgerhaus Oslebshausen e.V.  I  Christlicher Verein Junger Menschen Bremen e.V.  I  Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg im Lande Bremen  I  Evangelische Jugend Bremen  I  Evangelische Jugend Bremerhaven  I  Gewitterziegen e.V.  I  Integration durch Kunst e.V.  I  Jugendbildungsstätte LidiceHaus + ServiceBureau Jugendinformation  I  Jugendfeuerwehr Bremen im Landesfeuerwehrverband Bremen e.V.  I  Jugendrotkreuz im DRK Landesverband Bremen e.V.  I  Kindertreff Bürgerzentrum Neue Vahr e.V.  I  Kreisjugendwerk der AWO Bremen  I  Martinsclub Bremen e.V.  I  Nabu Bremen e.V.  I  Naturfreundejugend Deutschlands im Lande Bremen  I  SJD-Die Falken, Kreisverband Bremen  I  SJD-Die Falken, Kreisverband Bremerhaven  I  Sportgarten e.V.  I  Stadtjugendring Bremerhaven e.V.  I  Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

 

Und das besagt das Siegel:

Qualitätssiegel für Kinder- und Jugendreisen im Land Bremen

Diese Selbstverpflichtung und das darauf basierende Qualitätssiegel helfen Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern bei der Orientierung und der Auswahl von Ferien- und Erholungsfreizeiten. Die Auseinandersetzung mit der Sicherung, Über-prüfung und Weiterentwicklung fachlicher Qualitätsstandards wird mit der Selbst-verpflichtung angeregt und die Bedeutung der Kinder- und Jugenderholung im Rahmen der Jugendhilfe hervorgehoben. Ferien- und Erholungsfreizeiten sind in der Jugendarbeit von besonderer Bedeutung und wirken sozial präventiv.

Die Selbstverpflichtung ist verbindlich für freie und öffentliche Träger der Kinder- und Jugendhilfe, die Ferien-und Erholungsfreizeiten für Kinder und Jugendliche an-bieten. Sie gilt für öffentlich ausgeschriebene Kinder- und Jugendgruppenfahrten.

Die Träger verpflichten sich, ihre haupt- und ehrenamtlich Tätigen über die Inhalte dieser Selbst-verpflichtung zu informieren.

Die Anbieter verpflichten sich, die unten aufgeführten Kriterien einzuhalten und in regelmäßigen Abständen weiterzuentwickeln und zu aktualisieren. Der Bremer Jugendring stellt sicher, dass alle Kriterien dieser Selbstverpflichtung den Anbietern bekannt sind. Der Qualitätsprozess wird fortlaufend von einem begleitenden Gremium evaluiert. Das Qualitätssiegel wird alle zwei Jahre neu vergeben.

 

I. Anforderungskriterien an Kinder- und Jugendfreizeiten

Ferien- und Erholungsfreizeiten sollen insbesondere die folgenden Aspekte fördern:

1. Erholung und Entspannung

2. Beteiligung und aktive Mitgestaltung

3. Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und Mobilität

4. Förderung von sozialem und demokratischem Verhalten

5. Förderung von gegenseitigem Verständnis und der gemeinsamen Akzeptanz in der Vielfalt der Gesellschaft

6. Förderung einer gesunden Lebensweise

7. Kennenlernen und Bewahren von Natur und Umwelt

 

II. Anforderungen an die Anbieter

1. Die Anbieter sind freie und öffentliche Träger der Kinder- und Jugendhilfe.

2. Die Aktivitäten im Rahmen der Kinder- und Jugenderholung beruhen auf demokratisch orientierter und gemeinnützig getragener Jugendarbeit.

3. Die Anbieter garantieren die sorgfältige Auswahl und die qualifizierte Schulung des betreuenden Teams sowie die fachliche Begleitung der Maßnahme.

4. Die Anbieter gewährleisten einen effektiven Kinder- und Jugendschutz im Sinne von §8a SGB VIII. Vor Beginn einer Kinder-und Jugendfreizeit liegt ein verbindlicher Ablaufplan für das pädagogische Team zum Umgang mit möglichen Anhaltspunkten einer Kindeswohlgefährdung vor. Mit regelmäßigen Seminarangeboten und Qualifizierungen findet eine Sensibilisierung für das Thema Kindeswohlgefährdung statt. In Anlehnung an §72a SGBVIII liegt von den hauptamtlichen pädagogischen Fachkräften ein erweitertes Führungszeugnis vor. Von den ehrenamtlich Betreuenden liegt ein erweitertes Führungszeugnis und/oder eine Selbstverpflichtungserklärung vor.

5. Die Anbieter entwickeln die Qualität ihrer Arbeit und Angebote in regelmäßigen Abständen fachlich weiter, wie in § 79a SGB VIII aufgeführt.

6. Die aktuellen aufsichts-und jugendschutzrechtlichen Bestimmungen sind bekannt und werden eingehalten.

7. Die Angebote sind grundsätzlich offen für alle Kinder und Jugendliche. Die Anbieter gehen entsprechend ihrer Möglichkeiten auf individuelle Bedarfe ein.

8. Die Anbieter arbeiten geschlechtsbewusst im Sinne des Gender Mainstreaming.

9. Die Anbieter gewährleisten während der Kinder-und Jugendreise einen Versicherungs-schutz in Form einer Haftpflichtversicherung.

10. Die Anbieter holen sich am Ende einer Freizeit ein qualitatives Feedback der Teilnehmen-den und werten die durchgeführten Projekte im Nachgang aus.

 

III. Anforderungen an die Betreuung während der Ferien- und Erholungsfreizeiten

1. Die Betreuenden sind im Besitz eines gültigen Jugendgruppenleiterausweises (Juleica) oder besitzen einschlägige Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Der Nach-weis für die erfolgreiche Teilnahme an einem 1. Hilfe-Kurs ist vorhanden.

2. Rechtliche und pädagogische Grundlagen, organisatorische Fragen sowie spezifische pädagogische Fragestellungen aus den einzelnen Verbänden und Organisationen sind dem betreuenden Team bekannt.

3. Für gemischtgeschlechtliche Angebote wird das Team der Betreuenden nach gemischtgeschlechtlichen Gesichtspunkten zusammengestellt.

4. Eine gemeinsame Vorbereitung im Team wird vorausgesetzt. Vorbereitungstreffen des Betreuungsteams mit den Teilnehmenden sowie Elternabende bei Teilnehmenden im Kindesalter werden durchgeführt.

5. Die Betreuenden haben ein team- und projektbezogenes Mitspracherecht bei der inhaltlichen Ausgestaltung der einzelnen Ferien- und Erholungsfreizeiten.

6. Die teilnehmenden Kinder und Jugendliche werden in die inhaltliche Gestaltung der Ferien-und Erholungsfreizeiten mit einbezogen.

7. Es besteht ein Mindest-Betreuungsschlüssel von 1:10. Er wird je nach pädagogischen, inhaltlichen oder altersgemäßen Erfordernissen des jeweiligen Projektes verbessert.

 

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